Der Film eignet sich insbesondere für den Religionsunterricht und Ethikunterricht der Sekundarstufe I ab der achten Jahrgangsstufe sowie für die Sekundarstufe II. Er bietet einen lebensweltorientierten Zugang zu grundlegenden Fragen nach dem Verhältnis von Mensch, Wirtschaft, Konsum und gesellschaftlicher Verantwortung. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit der Frage, welche Bedeutung materielle Güter für ein gelingendes Leben besitzen und inwiefern wirtschaftliche Strukturen das Denken, Handeln und Zusammenleben von Menschen beeinflussen. Der Film ermöglicht es den Lernenden, die eigene Konsumorientierung kritisch zu reflektieren und unterschiedliche Vorstellungen von Glück, Freiheit, Anerkennung und menschlicher Würde miteinander zu vergleichen. Besonders für den Religionsunterricht bietet sich die Verbindung zwischen der marxistischen Gesellschaftskritik und christlichen Vorstellungen von Gerechtigkeit, Solidarität, Verantwortung und einem menschenwürdigen Leben an. Die Lernenden können erkennen, dass wirtschaftliches Handeln immer auch ethische Fragen aufwirft und dass der Wert eines Menschen nicht allein durch seinen Besitz, seine Leistungsfähigkeit oder seine wirtschaftliche Bedeutung bestimmt werden darf.
Als Einstieg in die Unterrichtseinheit bietet sich eine persönliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsumverhalten an. Die Lernenden können beispielsweise überlegen, welche Gegenstände sie täglich verwenden, welche Produkte ihnen besonders wichtig sind und welche Bedeutung Marken, Werbung und gesellschaftliche Trends für ihre Kaufentscheidungen besitzen. Eine Sammlung persönlicher Wünsche und Bedürfnisse kann verdeutlichen, wie unterschiedlich materielle und immaterielle Werte wahrgenommen werden. Anschließend kann die Frage diskutiert werden, ob Konsum tatsächlich glücklich macht und welche Rolle Besitz für das persönliche Selbstwertgefühl spielt. Diese Überlegungen schaffen einen unmittelbaren Bezug zur Lebenswelt der Lernenden und bereiten die kritischen Gedanken von Karl Marx vor.
Während der Filmvorführung können die Lernenden gezielte Beobachtungsaufträge erhalten. Sie können beispielsweise herausarbeiten, welche Bedeutung Marx dem Begriff der Ware zuschreibt, warum er die kapitalistische Warenwelt kritisch betrachtet und wie Marie auf seine Aussagen reagiert. Darüber hinaus kann untersucht werden, was Marx mit der Vorstellung meint, dass Menschen selbst zunehmend warenförmig werden. Die Lernenden sollten dabei zwischen der Darstellung im Film und den grundlegenden philosophischen Positionen von Marx unterscheiden. In einer anschließenden Partnerarbeit oder Gruppenarbeit können die zentralen Aussagen zusammengetragen, erläutert und anhand konkreter Beispiele aus der heutigen Gesellschaft überprüft werden. Dabei bieten sich insbesondere Werbung, soziale Medien, Influencer, Markenbewusstsein, Konsumdruck und die wirtschaftliche Verwertung persönlicher Daten als lebensnahe Anknüpfungspunkte an.
Für die religionspädagogische Vertiefung eignet sich besonders die Gegenüberstellung der marxistischen Kritik am Warenkult mit biblischen Aussagen über Reichtum, Besitz und menschliche Verantwortung. Die Lernenden können beispielsweise die Aussage Jesu „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“ aus Matthäus 6,24 untersuchen und mit der im Film dargestellten Kritik an der gesellschaftlichen Bedeutung von Waren vergleichen. Auch das Gleichnis vom reichen Kornbauern in Lukas 12,16 bis 21 sowie die Begegnung Jesu mit dem reichen jungen Mann in Markus 10,17 bis 27 bieten geeignete Anknüpfungspunkte. Dabei kann herausgearbeitet werden, dass die biblischen Texte vor einer einseitigen Orientierung an materiellem Reichtum warnen und andere Maßstäbe für ein erfülltes Leben eröffnen. Die Lernenden können Gemeinsamkeiten zwischen der marxistischen Kritik am Kapitalismus und der christlichen Kritik an übermäßigem Besitzstreben erkennen, zugleich aber auch Unterschiede in den jeweiligen Menschenbildern, Begründungen und Zielvorstellungen herausarbeiten. Während Marx wirtschaftliche und gesellschaftliche Machtverhältnisse analysiert, begründet die christliche Ethik die Würde des Menschen unter anderem mit seiner Gottebenbildlichkeit und der Verantwortung gegenüber Gott und den Mitmenschen.
Eine weitere didaktische Vertiefung ermöglicht die Beschäftigung mit globaler Gerechtigkeit und den Produktionsbedingungen alltäglicher Konsumgüter. Anhand ausgewählter Beispiele wie Kleidung, Smartphones, Schokolade oder Sportschuhen können die Lernenden untersuchen, unter welchen Bedingungen Waren hergestellt werden und welche sozialen sowie ökologischen Folgen mit ihrer Produktion verbunden sind. Dabei lassen sich Fragen nach gerechten Löhnen, menschenwürdigen Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit, Ressourcenverbrauch und nachhaltigem Konsum aufgreifen. Die christliche Sozialethik mit ihren Prinzipien der Personalität, Solidarität, Subsidiarität und des Gemeinwohls bietet einen geeigneten Orientierungsrahmen für die ethische Beurteilung wirtschaftlicher Zusammenhänge. Ergänzend kann die evangelische Perspektive auf soziale Gerechtigkeit und die Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung einbezogen werden. Die Lernenden werden dadurch befähigt, wirtschaftliche Entwicklungen nicht ausschließlich unter dem Gesichtspunkt von Gewinn und Nutzen zu betrachten, sondern auch deren Auswirkungen auf Menschen und Umwelt zu berücksichtigen.
Methodisch bietet der Film vielfältige Möglichkeiten für einen handlungsorientierten und kompetenzfördernden Unterricht. In einer strukturierten Diskussion können die Lernenden beispielsweise die Frage erörtern, ob Menschen in einer Konsumgesellschaft zunehmend über ihren Besitz definiert werden. Eine Rollenarbeit, in der unterschiedliche Positionen von Karl Marx, Marie, einer Unternehmerin, einem Konsumenten und einer christlich engagierten Person vertreten werden, ermöglicht einen Perspektivwechsel und fördert die Fähigkeit zur argumentativen Auseinandersetzung. Ebenso können die Lernenden Werbeanzeigen analysieren und untersuchen, welche Vorstellungen von Glück, Erfolg, Schönheit und Anerkennung darin vermittelt werden. Eine kreative Weiterführung besteht darin, eigene Werbebotschaften zu entwickeln, die nicht materielle Güter, sondern Werte wie Freundschaft, Solidarität, Zeit, Freiheit oder Nächstenliebe in den Mittelpunkt stellen. Alternativ können die Lernenden einen inneren Monolog aus der Perspektive von Marie verfassen, in dem sie ihre Gedanken nach der Begegnung mit Marx reflektiert.
Zur Ergebnissicherung eignet sich die gemeinsame Entwicklung von Kriterien für einen verantwortungsvollen Umgang mit Konsum und Besitz. Die Lernenden können persönliche Handlungsmöglichkeiten formulieren und diskutieren, inwiefern bewusste Kaufentscheidungen, nachhaltiger Konsum, Teilen, Spenden oder der Verzicht auf bestimmte Produkte Ausdruck ethischer Verantwortung sein können. Dabei sollte vermieden werden, individuelle Konsumentscheidungen vorschnell moralisch zu bewerten, da wirtschaftliche Handlungsmöglichkeiten von unterschiedlichen sozialen und finanziellen Voraussetzungen abhängen. Vielmehr geht es darum, ein differenziertes Verständnis gesellschaftlicher Zusammenhänge zu entwickeln und die eigene Urteilsfähigkeit zu stärken. Abschließend kann die Leitfrage „Was macht einen Menschen wirklich wertvoll?“ aufgegriffen werden, um die philosophischen, gesellschaftlichen und theologischen Perspektiven der Unterrichtseinheit zusammenzuführen. Der Film leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Förderung religiöser und ethischer Urteilskompetenz, zur kritischen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Wertvorstellungen sowie zur Entwicklung einer verantwortungsbewussten Haltung gegenüber Konsum, Wirtschaft und Mitmenschen.